Seismizität in Sachsen-Anhalt

Abbildung Karte der Erdbebenepizentren
Karte der Erdbebenepizentren
Quelle: LEYDECKER, G. (2003): Erdbebenkatalog für die Bundesrepublik Deutschland mit Randgebieten für die Jahre 800 bis 2003

Das Land Sachsen-Anhalt liegt nicht im Bereich einer Kontinentalplattengrenze und gehört demzufolge nicht zu den Gebieten, die durch verheerende Erdbeben bekannt geworden sind. Erdbebenkarten zeigen aber, dass vor allem im Südteil Sachsen-Anhalts und vereinzelt auch im Nordteil immer wieder Erdbeben auftreten, bei denen es auch zu Gebäudeschäden kommen kann.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe bietet auf verschiedenen Webseiten den Zugriff auf eine Reihe weiterer Epizentrenkarten bis hin zur Erstellung einer nutzerspezifischen Karte an:

In jüngster Zeit setzt sich unter den Seismologen die Erkenntnis durch, dass sich Bewegungen an Störungszonen innerhalb von Kontinentalplatten nicht - wie bisher vermutet - durch Kriechprozesse vollziehen. Vielmehr sammeln sich auch dabei Spannungen an, die sich zwar in größeren Zeitabständen aber dafür auch mit größerer seismischer Energie freisetzen.

Abbildung Erdbebenkatalog für die Bundesrepublik Deutschland mit Randgebieten für die Jahre 800 bis 2003
Auszug aus Erdbebenkatalog für die Bundesrepublik Deutschland, Quelle: LEYDECKER, G. (2003): Erdbebenkatalog für die Bundesrepublik Deutschland mit Randgebieten für die Jahre 800 bis 2003

Das mitteldeutsche Bebengebiet kann dem unmittelbar an der Südgrenze Sachsen-Anhalts gelegenen Kreuzungspunkt der Störungzonen Leipzig-Regensburg und Gera-Jachymov zugeordnet werden. Im südlichen Anschluss kennzeichnet die starke Häufung von Ereignissen das Vogtländische Schwarmbebengebiet.
Für die in der Vergangenheit vereinzelt im Nordraum Sachsen-Anhalts aufgetretenen Erdbeben ist eine vergleichbare Deutung derzeit nicht möglich. Unter diesem Gesichtspunkt erlangt die Registrierung und Untersuchung auch kleinerer, vom Menschen nicht fühlbarer, sogenannter Mikrobeben besondere Bedeutung.

Darüber hinaus gibt es in Sachsen-Anhalt eine Gefährdung durch induzierte seismische Ereignisse. Der Gebirgsschlag Teutschenthal im Jahre 1996 machte auf die Situation unverfüllter Bergwerke in Sachsen-Anhalt aufmerksam. In einigen Bergbaugebieten existieren lokale Überwachungsnetze. Diese dienen in erster Linie der Schadensabwehr in den untertägigen Grubengebäuden. Auch größere Erdfälle stellen seismische Ereignisse dar.

Ansprechpartner:

Dr. Ivo Rappsilber
Dezernat Landesaufnahme und Analytik

Tel.: (0345) 52 12-126
email: rappsilber@lagb.mw.sachsen-anhalt.de

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Link zu Erdbebenaufzeichnungen in Mitteldeutschland
Link zum Internetportal der Staatlichen Geologischen Dieste der Bundesrepublik Deutschland
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