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TUNB – Potenziale des unterirdischen Speicher-​​ und Wirtschaftsraumes im Norddeutschen Becken

Im Rahmen des von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) geförderten Verbundprojektes TUNB (Potenziale des unterirdischen Speicher- und Wirtschaftsraumes im Norddeutschen Becken) wird auf der Grundlage geophysikalischer Daten und Tiefbohrungen ein geschlossenes dreidimensionales Untergrundmodell für große Teile Sachsen-Anhalts erstellt. Dieses beinhaltet die wesentlichen Schichtflächen von der Geländeoberfläche bis zur Basis des Zechsteins (Oberfläche Rotliegendes) und umfasst somit die obersten 4 km der Erdkruste Sachsen-Anhalts.

Durch den regen Austausch und die Abstimmung mit den Nachbarländern wird dieses Modell Teil eines einheitlichen Gesamtmodells des Norddeutschen Beckens, das den gesamten Bereich Norddeutschlands von der Nordsee bis zum Harz umfasst.

weitere Informationen:

3D-​Modell ermöglicht virtuellen Blick in den Untergrund: Gemeinsames Projekt zur Geologie des Norddeutschen Beckens

Das Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-​​Anhalt hat gemeinsam mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und weiteren Staatlichen Geologischen Diensten der Länder Schleswig-​​Holstein, Mecklenburg-​​Vorpommern, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Berlin und Brandenburg die Geologie des Norddeutschen Beckens in einem dreidimensionalen Modell dargestellt. 

Das seit 28. Januar 2021 auf der Internetseite der BGR zum Download bereitgestellte 3D-​Modell ermöglicht einen virtuellen Blick in den tieferen Untergrund der genannten Bundesländer einschließlich der Deutschen Nordsee. Sechs Jahre haben die BGR und die Geologischen Dienste der Länder im Rahmen des Verbundprojekts „TUNB – Potenziale des unterirdischen Speicher-​​ und Wirtschaftsraumes im Norddeutschen Becken“ gemeinsam an diesem 3D-​Modell gearbeitet. Es bildet bis zu einer Tiefe von maximal 10.700 Metern eine Fläche von annähernd 170.000 km² ab. Dargestellt sind 14 Horizontflächen von der Erdoberfläche bis zur Basis Zechstein, dazu 4438 Störungen und 273 Salzstrukturen.

„Hunderttausende von Daten wurden dafür gesichtet und bearbeitet, die Modellteile grenzübergreifend abgestimmt und harmonisiert. Das war eine Mammutaufgabe“, erklärt Dr. Gabriela von Goerne, die das Projekt für die BGR koordiniert hat. Das Interesse an geologischen 3D-​Modellen ist groß. Der tiefere geologische Untergrund in Deutschland entwickelt sich mehr und mehr zu einem vielbeachteten und vielgenutzten Raum. Der Bedarf an Optionen zur Gewinnung und Speicherung von Energieträgern wächst, insbesondere auch durch die Energiewende und dem damit verbundenen Bedarf an Speichermöglichkeiten, beispielsweise für Wasserstoff. Entsprechend werden Informationen über den geologischen Untergrund benötigt, die in Form von geologischen 3D-​Modellen bereitgestellt werden können. Beim Klick auf das im 3D-​Viewer bereitgestellte Modell lassen sich beispielsweise Regionen, einzelne Horizonte, Störungen und Salzstrukturen anzeigen sowie Schnitte durch das Modell legen. Ebenso können virtuell hypothetische Bohrungen erzeugt werden. Zu jeder Darstellung gibt es ergänzende Informationen.

Mit dem jetzt vorliegenden strukturgeologischen Modell des Norddeutschen Beckens ist die Arbeit noch nicht beendet. So fehlt beispielsweise noch die deutsche Ostsee in dem Modell. Zudem müssen weiterführende geologische und geophysikalische Daten, sogenannte Parameter, eingepflegt werden. Hierfür muss aus dem Flächenmodell ein Volumenmodell werden. BGR-​Koordinatorin Gabriela von Goerne: „Perspektivisch wollen wir in Zusammenarbeit mit den Geologischen Diensten aller bundesdeutschen Länder ein harmonisiertes geologisches 3D-​Untergrundmodell von ganz Deutschland erarbeiten“. (Pressemitteilung der BGR)

Link zum 3D-​Webviewer der BGR (Hinweis: Bitte Internet Explorer als Browser für den nachfolgenden Hyperlink nicht verwenden)

TUNB-3D-Modell der Zechstein-Formation

Die Zechstein-Formation (Oberes Perm) bildet die geologisch älteste Formation des Tafeldeckgebirges, welches in der 3D-Modellierung zum Tiefen Untergrund im Norddeutschen Becken (TUNB) dargestellt wird. Die abgelagerten Evaporite der Zechstein-Formation sind von wirtschaftlicher Bedeutung.

Die auf den Karten dargestellten Tiefenlagen und Mächtigkeiten der Horizonte innerhalb der Zechstein Formation sind aus dem TUNB-Modell abgeleitet. 

Ansprechpartner Geologischer Dienst

Dr. Bodo-​Carlo Ehling

Leiter der Abteilung Geologischer Dienst

Tel.: (0345) 52 12-​141

E-Mail: Bodo-Carlo.Ehling(at)sachsen-anhalt.de