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Übersicht Tiefliegende und Energierohstoffe in Sachsen-Anhalt

Blatt 1: Karte der Energierohstoffe

Einführung

Die Gewinnung und Nutzung fossiler Energierohstoffe ist nach wie vor einer der wichtigsten Industriezweige im mitteldeutschen Raum. Bereits aus dem 14. Jahrhundert sind Bergbau auf Steinkohle bei Wettin und ihr Einsatz in den Salinen von Halle urkundlich belegt. In der Folgezeit wird auch über bescheidene Abgrabungen der oberflächennah anstehenden Braunkohle berichtet. Mit der stürmischen Industrialisierung des mitteldeutschen Raums im 19. Jahrhundert verbindet sich eine sprunghafte Zunahme des Energieverbrauchs und damit eine intensive Nutzung der großflächig vorhandenen tertiären Braunkohlenlagerstätten. Seinen ersten Höhepunkt erreichte dieser Bergbauzweig in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Braunkohle wurde nunmehr nicht nur als Energieträger eingesetzt, sie war auch Ausgangsstoff für die chemische Industrie. Aus Braunkohle wurde durch Verschwelen Teer gewonnen, aus dem durch Destillation hochwertige Mineralölprodukte (Paraffine, Öle) hergestellt wurden. Die neuen Technologien bei der Gewinnung und Veredlung der Braunkohlen führten zu einem höheren Rohstoffbedarf. Industrielle Entwicklung und Energiebedarf bedingen einander.
Auch nach dem 2. Weltkrieg behielt die Braunkohle ihre vorrangige Bedeutung als Energieträger. Unter planwirtschaftlichen Wirtschaftsbedingungen erreichte die Förderung 1985 mit ca. 115 Mio. t in Mitteldeutschland ihren Höhepunkt (DEBRIV 2003).
Die mit der Herstellung der staatlichen Einheit verbundene Einführung der Marktwirtschaft führte ab 1990 zu drastischen Einschnitten in der Braunkohlenindustrie. Unter ökologischen Gesichtspunkten (große Flächeninanspruchnahme, hohe Grundwasserabsenkungen) war ein weiterer Abbau in diesen Mengen nicht mehr vertretbar. Die Braunkohle wurde weitestgehend durch Erdöl und Erdgas ersetzt.
Teile der Braunkohlenindustrie sind erfolgreich privatisiert worden. Durch Modernisierung der Gewinnungs- und Veredlungsanlagen sowie den Neubau leistungsfähiger und umweltschonender Kraftwerke sind dabei neue bedeutende Wirtschaftsunternehmen in Sachsen-Anhalt entstanden.

Weitere Erläuterungen zur geologischen Entwicklung und Verbreitung der Energieressourcen

  • Braunkohle (Entstehung von Kohlenlagerstätten, Braunkohlensedimentation, Lagerstättentypen und -reviere sowie eine Bewertung des Braunkohlenpotenzials)
  • Steinkohle
  • Kohlenwasserstoffe
  • Geothermie Energiepotenziale
  • Untergrundspeicherung

werden auf der Rückseite der Karte gegeben.

Ansprechpartner Rohstoffe

Dr. Christoph Gauert

Dezernatsleiter 23 - Angewandte Geologie und Georisiken

Tel.: (0345) 13197-350

E-Mail: Christoph.Gauert(at)sachsen-anhalt.de