Erdbebenvorsorge in Sachsen-Anhalt

Abbildung Latrinenturm der Neuenburg bei Freyburg
Abbildung Breitband-Seismometer (Streckeisen STS-2)
Breitband-Seismometer (Streckeisen STS-2) im Latrinenturm (Abbildung links) auf der Neuenburg bei Freyburg
Einfahrt des W-Schachtes in Wimmelburg bei Eisleben
Abbildung Breitband-Seismometer (Guralp CMG-3ESP) und Geofon (SM-6B, zur Erweiterung des Frequenzbereiches)
Breitband-Seismometer (Guralp CMG-3ESP) und Geofon (SM-6B, zur Erweiterung des Frequenzbereiches) im Bereich des W-Schachtes in Wimmelburg bei Eisleben

Das Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt betreibt seismologische Stationen. Damit kommt der Geologische Dienst seinen durch Regierungsbeschluss zugewiesenen Aufgaben der Daseinsvorsorge nach. Denn zuverlässige Informationen über das seismische Geschehen in der Erdkruste dienen der Sicherheit der Bevölkerung. Dies ist nicht nur von Bedeutung für Gebiete mit hoher natürlicher Seismizität sondern auch für hochindustrialisierte Regionen, in denen die Eintrittswahrscheinlichkeit von Schadensbeben zwar gering ist, in denen aber für technische Anlagen mit großem Gefährdungspotenzial ein hoher Sicherheitsstandard gefordert wird.

Seit 2003 arbeitet eine Erdbeben-Messstation auf der Neuenburg bei Freyburg (NEUB). Sie dient vor allem der Überwachung des sogenannten „Mitteldeutschen Bebengebietes“. Das befindet sich im Gebiet Gera-Altenburg-Zeitz, im Kreuzungsbereich der N-S-verlaufenden Leipzig-Regensburg-Störungszone mit der NW-SE-streichenden Kyffhäuser-Crimmitschau-Störung.

Im Dezember 2008 wurde die zweite seismologische Station Sachsen-Anhalts in Betrieb genommen (WIMM). Sie befindet sich im Bereich des W-Schachtes des ehemaligen Kupferschieferbergbaus in Wimmelburg bei Eisleben. Der untertägige Standort  gewährleistet eine gute Ankopplung an den Festgesteinsuntergrund bei gleichzeitiger Abschirmung oberflächennaher Störquellen.

Seismologische Station in Muldenstein im Hochbehälter der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH
Seismologische Station in Muldenstein im Hochbehälter der MIDEWA

Seit November 2015 registriert eine seismologische Station in Muldenstein bei Bitterfeld (MUHB). Sie befindet sich im Hochbehälter der MIDEWA. Das Ziel dieser Station ist es, den Überwachungsring um das Mitteldeutsche Bebengebiet im Norden zu schließen. Zwar konzentrieren sich die Beben vor allem im Gebiet Gera-Altenburg-Zeitz. Aber in den letzten Jahren wurden zunehmend auch vereinzelte Beben registriert, die bis in das Gebiet nördlich Leipzig reichten. Nicht zuletzt wird mit der Errichtung dieser Station auf das Erdbeben vom 16. April 2015 bei Gröbers reagiert.

Darüber hinaus betreibt die Fachhochschule Magdeburg-Stendal (Fachbereich Bauwesen) eine seismologische Station in Flechtingen (FLT1).

Die Aufzeichnungen der seismologischen Stationen in Sachsen-Anhalt sind als Tagesplots direkt unter den Stationsnamen abrufbar:

Ansprechpartner:

Dr. Ivo Rappsilber
Dezernat Landesaufnahme und Analytik

Tel.: (0345) 52 12-126
email: rappsilber@lagb.mw.sachsen-anhalt.de

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Link zu Erdbebenaufzeichnungen in Mitteldeutschland
Link zum Internetportal der Staatlichen Geologischen Dieste der Bundesrepublik Deutschland
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