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Strukturgeologie und Modellierung

Die Strukturgeologie befasst sich mit den Lagerungsverhältnissen der Gesteine in der Erdkruste, die im Verlauf der Erdgeschichte durch tektonische und geodynamische Prozesse gegenüber ihrem ursprünglichen Zustand immer wieder verändert wurden.

Auf der Grundlage von Geländebefunden und des reichen Datenfundus werden im LAGB die Lagebeziehungen der Gesteine im Untergrund Sachsen-Anhalts erforscht. Ausgangspunkt der strukturgeologischen Arbeiten ist die Aufnahme der im Gelände erkennbaren Strukturen. Darüber hinaus werden Bohrkerne ausgewertet und es kommen Spezialmethoden, wie Geophysik, Geofernerkundung, Geochemie, Petrophysik oder Geomechanik, zur Anwendung. Mit diesen Ausgangsdaten wird ein geometrisches Modell des Untergrundes entwickelt. In die Modellierung werden auch Betrachtungen zur zeitlichen Strukturentwicklung einbezogen.

Die Ergebnisse der strukturgeologischen Modellierung werden herkömmlich in Kartenform (abgedeckte geologische Karten, Tiefenlinienpläne geologischer Horizonte) und als Profilschnitte dargestellt. Karten und Profilschnitte stellen immer nur einen zweidimensionalen Ausschnitt aus der Wirklichkeit dar.

Zur möglichst realitätsnahen Erfassung und Visualisierung der geologischen Strukturen kommen zunehmend 3D-Modelle zum Einsatz, die neben den geometrischen Lagebeziehungen auch die Eigenschaften der Gesteine im Untergrund beinhalten. Die Modelle dienen der Rohstofferkundung, insbesondere von schicht- oder strukturgebundenen Lagerstätten, liefern aber auch die grundlegenden Fakten für die Untergrundspeicherung, die Tiefe Geothermie oder die Grundwasserversorgung.

Im Rahmen des von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe geförderten Verbundprojektes TUNB (Potenziale des unterirdischen Speicher- und Wirtschaftsraumes im Norddeutschen Becken) wird auf der Grundlage geophysikalischer Daten und Tiefbohrungen ein geschlossenes dreidimensionales Untergrundmodell für große Teile Sachsen-Anhalts erstellt. Dieses beinhaltet die wesentlichen Schichtflächen von der Geländeoberfläche bis zur Basis des Zechsteins (Oberfläche Rotliegendes) und umfasst somit die obersten 4 km der Erdkruste Sachsen-Anhalts.

Durch den regen Austausch und die Abstimmung mit den Nachbarländern wird dieses Modell Teil eines einheitlichen Gesamtmodells des Norddeutschen Beckens, das den gesamten Bereich Norddeutschlands von der Nordsee bis zum Harz umfasst.

weitere Informationen:

Ansprechpartner:

Dr. Ivo Rappsilber
Dezernat Landesaufnahme und Analytik

Tel.: (0345) 52 12-126
email: rappsilber@lagb.mw.sachsen-anhalt.de