Landesbohrdatenbank

Die Landesbohrdatenbank stellt im Wesentlichen die Digitalisierung des Bohrarchives dar. Es gibt aber zunehmend auch digital an das LAGB übermittelte Bohrdaten, die dann in das Bohrarchiv aufgenommen werden. Seit 1991 erfolgt die Digitalisierung der Akten des Bohrarchives, indem die Schichtenverzeichnisse verschlüsselt und in der Bohrdatenbank gespeichert werden.

In der Datenbank sind über 246.000 Bohrungen als Punktdaten mit einem eindeutigen Raumbezug abgelegt.
Die ältesten Bohrungen mit erhaltenen Schichtbeschreibungen wurden vor ca. 210 Jahren bei Löbejün zur Steinkohlenerkundung abgeteuft, die tiefste Bohrung Sachsen-Anhalts stammt aus dem Jahre 1975 und erreichte eine Teufe von 5242 m.
Zu rund 215 000 Bohrungen sind fast 2,45 Mio. Schichtdaten gespeichert. Ihre Verschlüsselung erfolgt entsprechend dem Symbolschlüssel Geologie und die digitale Speicherung im Datenbankschema SEP3. Zusätzlich werden nach Verfügbarkeit Ergebnisse aus geophysikalischen, hydrogeologischen oder ingenieurgeologischen Untersuchungen sowie Inkohlungsdaten und Pollenanalysen vorgehalten.

Grundlagen

Die Datengrundlage für die Landesbohrdatenbank liefert das Bohrarchiv. Dort werden alle verfügbaren Original-Bohrlochdokumentationen entsprechend der Nummerierung der Blätter der Topografischen Karte 1:25 000 (TK25-Blatt) geordnet abgelegt. Die Archivierung erfolgt pro TK25-Blatt mit Hilfe einer fortlaufenden Nummer (Archivnummer). Bohrungen, deren Original-Dokumentationen im Bohrarchiv verfügbar sind, tragen in der Landesbohrdatenbank als ARCHIV (siehe unten) immer das Kürzel „GL“.
Somit bilden TK25-Blatt, ARCHIV und ARCHIVNUMMER für jede Bohrung eine eindeutige Bohrungs-Bezeichnung (ID), welche die Verbindung zwischen analogem und digitalem Bohrungsbestand bildet. Das Bohrarchiv beherbergt rund 250.000 Bohrakten.
Die Speicherung der zum Teil umfangreichen Dokumentationen der Bohrungen ist für die meisten TK25-Blätter bohrungsbezogen als Pdf-Scans erfolgt und in der Datenbank verfügbar.

Datenmanagement

Die Daten werden zentral in einer relationalen Datenbank verwaltet. Für das Fachdaten-Management wird die Standardsoftware GeODin mit einer für Sachsen-Anhalt entwickelten Objektart genutzt. Die Verschlüsselung (Digitalisierung) der Bohrungsdaten erfolgt auf der Grundlage des Symbolschlüssels Geologie.

Datenexport:

Für den öffentlichen Zugang freigegebene Daten werden auf Anfrage als GeODin-Projekte in der Objektart "Geologischer Aufschluss Sachsen-Anhalt" zur Verfügung gestellt. Die geodätische Grundlage ist der Lagestatus 110 (Bessel-Ellipsoid, Potsdam-Datum, Gauß-Krüger-Abbildung im 3°-Meridianstreifensystem).

Datenimport:

Die GeOdin-Standard-Objektarten Komplettaufschluss DIN bzw. Komplettaufschluss SEP-kompatibel können über eine Importschnittstelle in die Landesbohrdatenbank eingelesen werden. Das LAGB ist daran interessiert, Unterlagen von neuen Bohrungen bereits als GeODin-Projekt entgegen zu nehmen. Diese Daten können direkt eingelesen werden und stehen dann nach kurzer Zeit allen Nutzern zur Verfügung. Eine Veröffentlichung der Bohrdaten erfolgt unter Beachtung begründeter Vorbehalte der Eigentümer der Bohrungen.
Bohrungsunterlagen, die nicht als GeODin-Projekt vorliegen (z. B. Papierexemplar oder PDF-Datei), werden erst während der laufenden TK25-Blattbearbeitung mit zum Teil erheblichem Zeitverzug in die Landesbohrdatenbank eingepflegt.

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Abbildung Logo GeoERA, Aufbau eines Forschungsbereichs Europäische Geologische Untersuchungen zur Errichtung eines Geologischen Dienstes für Europa