Stilllegung des Endlagers für Radioaktive Abfälle Morsleben

Abbildung Mehrbarrieren-Konzept
Mehrbarrieren-Konzept
aus: Abschlussbericht Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte/ AkEnd (2002, S. 203: http://d-nb.info/1017182620)

Im Endlager für Radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM), einem ehemaligen Kali-/Salz-Bergwerk, wurden zwischen 1971 und 1998 schwach- bis mittelradioaktive Abfälle in mehreren 100 m Teufe eingelagert. Die Anlage wurde ab 1990 durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betrieben. Dieses hat die Stilllegung des Endlagers beim zuständigen Landesumweltministerium Sachsen-Anhalt beantragt. Seit 25.04.2017 ist in Folge der Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE mbH) Betreiber des ERAM. Das Planfeststellungsverfahren führt das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt (MULE), die bergrechtliche Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde ist das LAGB (Abteilung Bergbau). Infolge der Atomgesetzänderung 2013 geht mit Planfeststellungsbeschluss die atom- und bergrechtliche Zuständigkeit für das ERAM auf das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) über.

Die Stilllegungsmaßnahmen sollen den Einschluss der eingelagerten Abfälle über 1 Mio. Jahre gewährleisten. Hierzu sind die Stabilisierung der Grube durch Hohlraumverfüllung, die Abdichtung von Einlagerungsbereichen mittels Streckenabdichtungen und der langzeitsichere Verschluss der beiden Schächte vorgesehen. Gemäß Atomgesetz ist im Zulassungsverfahren durch den Genehmiger (MULE) unter anderem das Vorliegen einer Schadensvorsorge nach Stand von Wissenschaft und Technik zu klären. Ein wesentliches Element hierbei ist der Nachweis der Langzeitsicherheit. Für die geowissenschaftlichen Fragestellungen der Genehmigungsentscheidung steht der Geologische Dienst aufgrund seiner Expertise dem MULE beratend zur Seite. Auf der Grundlage einer entsprechenden Verwaltungsvereinbarung umfasst die Beratung durch die Projektgruppe ERAM die Fachgebiete (Ingenieur-/Hydro-)Geologie, Hydro-/Geochemie und Geomechanik/Geotechnik.

Auswahlverfahren Endlagerstandort

Auf Basis des Standortauswahlgesetzes erfolgt gegenwärtig die deutschlandweite Suche nach einem Endlagerstandort für insbesondere hoch radioaktive Abfälle. Die sogenannte Endlager-Kommission hat die Verbringung in ein Endlagerbergwerk in einer tiefen geologischen Formation empfohlen und Vorschläge für die Umsetzung eines wissenschaftsbasierten und transparenten Auswahlverfahrens unterbreitet. Die entsprechende Umsetzung erfolgte mit Änderung des Standortauswahlgesetzes 2017. Wesentliche Grundlagen der mehrphasigen Entscheidungsfindung für einen Standort mit bestmöglicher Sicherheit sind demnach geowissenschaftliche Kriterien und (vorläufige) Sicherheitsuntersuchungen zur Abwägung potentieller Lokationen. Der Geologische Dienst des LAGB ist in diesem Zusammenhang Ansprechpartner für die geowissenschaftlichen Angelegenheiten des Landes bei der Suche und Auswahl geeigneter geologischer Formationen bzw. Standorte. Das Standortauswahlverfahren wird durch das BfE reguliert, Vorhabensträger der Standortsuche ist die BGE mbH.

Ansprechpartner:

Dr. Bodo-Carlo Ehling
Leiter der Abteilung Geologie

Tel.: (0345) 52 12-141
email: ehling@lagb.mw.sachsen-anhalt.de

Mitmachen: Logo herunterladen!Logo Weltoffen
Link zu Erdbebenaufzeichnungen in Mitteldeutschland
Link zum Internetportal der Staatlichen Geologischen Dieste der Bundesrepublik Deutschland
Abbildung Logo GeoERA, Aufbau eines Forschungsbereichs Europäische Geologische Untersuchungen zur Errichtung eines Geologischen Dienstes für Europa