Bergwerke und Tiefbaubetriebe

Das LAGB beaufsichtigt 24 Betriebsstätten des Untertagebergbaus:

  • 12 Betriebe des Kali- / Salz-, Erz- und Spatbergbaus mit rund 2100 Beschäftigten
  • 2 Betriebe des Versatzbergbaus, 1 Untertagedeponie und 1 Endlager für radioaktive Abfälle mit rund 280 Beschäftigten
  • 8 Besucherbergwerke und -höhlen mit rund 20 Beschäftigten
Kaliwerk Zielitz, K+S Kali GmbH (Foto: K+S)
Kaliwerk Zielitz, K+S Kali GmbH (Foto: K+S)

Kaliwerk Zielitz, K+S Kali GmbH

Das Werk Zielitz gewinnt im Kaliflöz Ronnenberg aus 500 bis 1300 m Teufe jährlich 12 Millionen Tonnen Kalirohsalze, die durch Flotation und Heißlöseverfahren zu Kalidüngemitteln und Industriesalzen für die chemische Industrie aufbereitet werden. Das Werk ist mit rund 1.600 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber im nördlichen Sachsen-Anhalt. Es ist das jüngste Kaliwerk Deutschlands und das leistungsfähigste Einzelwerk der K+S-Gruppe mit weitreichenden Lagerstättenvorräten.

Untertagedeponie Zielitz

In einem vom Gewinnungsbetrieb abgetrennten Bereich wird im Kaliwerk Zielitz seit 1994 die erste in Deutschland abfallrechtlich planfestgestellte Untertagedeponie (UTD) betrieben. Die Abfälle können je nach chemisch-physikalischen Eigenschaften in Big Bags, Stahlblechfässern oder Stahlblechcontainern angeliefert werden. Genehmigte Abfallarten sind beispielsweise Filterstäube und Reaktionsprodukte aus der Rauchgasreinigung, verunreinigter Boden und Bauschutt, Transformatoren / Kondensatoren und schwermetallhaltige Abfälle.Es werden derzeit jährlich etwa 11.600 Tonnen Abfälle in der Untertagedeponie beseitigt. Die UTD-Zielitz ist als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert.

Steinsalzwerke der esco GmbH & Co. KG

Steinsalzwerk Bernburg, esco GmbH & Co. KG (Foto: K+S)
Steinsalzwerk Bernburg, esco GmbH & Co. KG (Foto: K+S)

Das Unternehmen esco - european salt company - gehört zur K+S AG-Gruppe. Es betreibt in Sachsen-Anhalt das Steinsalzbergwerk Bernburg und an der Landesgrenze Niedersachsen zu Sachsen-Anhalt das länderüberschreitende Werk Braunschweig-Lüneburg in Grasleben, mit dem Hauptgewinnungsfeld auf sachsen-anhaltinischer Seite.

Das Werk Bernburg hat eine jährliche Förderkapazität von etwa 2,5 Mio. t Steinsalz, 1,4 Mio. t Sole und 0,28 Mio. t Siedesalz für die Produktion von Speise-, Gewerbe-, Industrie- und Auftausalz. Im Bergwerk Bernburg sind rund 425 Beschäftigte tätig.Seit 1992 werden im östlichen Steinsalzfeld der Grube Versatzmaßnahmen mit bergbaufremden Abfällen durchgeführt, die durch Verfüllen von Abbaukammern unterdimensionierte Abbaupfeiler stützen und damit Senkungen an der Tagesoberfläche verringern. Der Versatzbereich ist wetter- und fördertechnisch vollständig von der Steinsalzgewinnung getrennt. Es werden jährlich rund 140.000 t bergbaufremde Abfälle für die Sicherung der untertägigen Hohlräume verwertet. Zum Einsatz kommen geeignete Versatzstoffe aus anorganischen, mineralischen Abfällen, wie zum Beispiel Bodenaushub, Flugasche oder Bohrschlamm, die zu Bergbau-Versatzmischungen verarbeitet werden.

Im Werk Braunschweig-Lüneburg fördern etwa 190 Beschäftigte Steinsalz für die Produktpalette Speise-, Gewerbe- und Auftausalz. Das Werk hat eine Kapazität von 1 Mio. t pro Jahr. Der Gewinnungsbetrieb konzentriert sich zunehmend auf Lagerstättenteile im Land Sachsen-Anhalt. Während die Tagesanlagen, Schächte und die in Niedersachsen liegenden Teile des Grubengebäudes in der örtlichen Zuständigkeit der niedersächsischen Bergverwaltung liegen, ist das LAGB die aufsichtsführende Bergbehörde im Feldesteil Sachsen-Anhalt.

Grube Teutschenthal, GTS GmbH & Co. KG

Tagesanlagen Grube Teutschenthal (Foto: GTS GmbH)
Tagesanlagen Grube Teutschenthal (Foto: GTS GmbH)

Die Grube Teutschenthal wird seit 1992 als Versatzbergwerk betrieben, um die offen stehenden Abbaukammern mit geeigneten bergbaufremden Abfällen zu verfüllen (= Versatz) und dadurch die Standsicherheit der Grube dauerhaft herzustellen. Die 75-jährige Kali-, Steinsalz- und Soleförderung von etwa 36 Mill. t Salzen bis zum Jahr 1982 haben nach der Einstellung rund 12 Mio. m³ offene Hohlräume hinterlassen. Das in Teutschenthal abgebaute Carnallitit-Kalilager ist nicht dauerstandsicher und bekannt für den allmählichen Festigkeitsverlust der Salzpfeiler zwischen den Abbaukammern und der Neigung zum Sprödbruch bei Überlastung. 3 Gebirgsschläge in den Jahren 1916, 1940 und zuletzt am 11. September 1996 mit totalen Feldesverlusten zeigen die Versatznotwendigkeit für die restlichen Grubenfelder. Noch rund 7 Mio. m³ Resthohlräume müssen verfüllt werden, um jede Gefährdung für die Tagesoberfläche vollständig zu beseitigen. Der sehr langsam fortschreitende Prozess der Standsicherheitsabnahme wird geowissenschaftlich überwacht. Mit 2 Forschungsvorhaben werden derzeit spezielle Sicherungstechniken für Streckenverschlüsse und verpumpbare Versatzstoffe entwickelt, die in unzugänglichen Grubenbereichen aushärten und dort das Gebirge stützen können.

Die Grube beschäftigt rund 85 Mitarbeiter. Im Jahr werden etwa 150.000 t bergbaufremde Abfälle für die Sicherung der untertägigen Hohlräume verwertet. Als Versatzmaterial werden Abfälle im Direktversatz, in Big Bags oder zu Versatzstoffen verarbeitete Abfall-Mischprodukte sowie Dickstoff-Suspensionen eingesetzt. Zugelassen sind unter anderem mineralische Abfälle wie Aschen, Schlacken, Erden, Abfälle aus Wasseraufbereitung, Abwasser- und Abgasreinigung sowie Salze. Die GTS ist als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert.Das Abfallinventar wird später nach Abschluss der Verfüllung und dem Verschluss der Tagesschächte vollständig vom Salz der Lagerstätte umschlossen und kann nicht das Grundwasser oder die Biosphäre erreichen und schädigen.

Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM), Bundesamt für Strahlenschutz

Schachtanlage des Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben
Schachtanlage des Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben (Foto: Bundesamt für Strahlenschutz)

Das Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) ist eine Anlage des Bundes, für deren Betrieb nach Atomgesetz das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zuständig ist. Das BfS hat die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE) mit der Betriebsführung beauftragt.Nach Atomrecht ist das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt die zuständige Genehmigungsbehörde . Die staatliche Aufsicht in atomrechtlichen Angelegenheiten übt die Eigenüberwachung des BfS aus. Das LAGB ist nach dem parallel anzuwendenden Bergrecht die bergaufsichtlich zuständige Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde.

Das ERAM ist als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in einem ehemaligen Kali- und Salzbergwerk errichtet. Die Einlagerung erfolgte von 1971 bis 1998 mit rund 37.000 m³ radioaktiven Abfällen und 6.621 Strahlenquellen. Der Bund hat die Einlagerung beendet und die atomrechtliche Planfeststellung zur Stilllegung des Endlagers beantragt.Seit 2003 werden bergbauliche Gefahrenabwehrmaßnahmen in einem Teilbereich des Bergwerks ausgeführt. Insgesamt 24 ehemalige Salzabbaukammern werden dazu bis zum Jahr 2010 mit rund 790.000 m³ hydraulisch abbindendem Salzbeton verfüllt, um die Salzpfeiler und Salzschweben zwischen den Kammern zu stabilisieren und damit die Integrität (= Unversehrtheit) der Barriere in den Schutzschichten des betroffenen Grubenteils zu erhalten. Diese Arbeiten werden abseits der Einlagerungsgrubenbaue für die radioaktiven Abfälle vorgenommen.Im ERAM sind etwa 180 Beschäftigte tätig.

Haldenrückbaubetriebe

Im Mansfelder Land werden 3 Groß-Halden des Kupferschieferbergbaus rückgebaut und das Haldenmaterial zu Bauzwecken verwertet.

Stillgelegte Tiefbaubetriebe in der Einstellung

Die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben (GVV) betreibt in Sachsen-Anhalt noch 5 in den Jahren 1990 und 1991 aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegte Tiefbaubetriebe und führt sie der langzeitlichen Sicherung und Verwahrung zu. Dies sind das ehemalige Kalibergwerk Rossleben mit seinem nach Sachsen-Anhalt reichenden Grubenfeld, die Erzbergwerke Elbingerode und Niederröblingen (Mansfelder und Sangerhäuser Kupferschieferbergbau) sowie die Schwerspatgruben in Rottleberode und Strassberg. Die Arbeiten konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Sicherung der Grubenbaue durch Versatzmaßnahmen zum Schutz der Tagesoberfläche, die Behandlung von austretenden Grubenwässern, die Sicherung und Rekultivierung von Halden und industriellen Absetzanlagen sowie den Abbruch nicht nachnutzbarer Bergbauindustrieanlagen.Die GVV ist eine Tochtergesellschaft der LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Braunkohlen-Verwaltungsgesellschaft mbH) und wie sie ein Unternehmen der Öffentlichen Hand und im Besitz des Bundes.

Ansprechpartner:

Bergdirektor
Dipl.- Ing. Peter Poschwald
Dezernat Untertagebergbau

Tel.: (039265) 53-130
email: poschwald@lagb.mw.sachsen-anhalt.de

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Erstmeldungen von Unfällen und Betriebsereignissen sowie Meldungen mutmaßlich altbergbaubedingter Ereignisse (z.B. Tagesbrüche) sind zu richten an: 

0171 5217 246